Wenn sich jemand mit Leistungssteigerung auskennt, dann Bradley Cooper. Im Blockbuster “Ohne Limit” spielte er Eddie Morra, der mithilfe einer NZT-Pille seine Intelligenz, seine Konzentration und sein Erinnerungsvermögen um ein Vielfaches steigern konnte. Was im Film blendend funktionierte, könnte in der Realität nicht mehr allzu fern sein: Das Wundermittel Kreatin hilft nicht nur beim Muskelaufbau, sondern soll auch die Denkfähigkeit steigern.

Kreatin – Was ist das eigentlich?

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Kreatin – nicht nur zum Muskelaufbau geeignet, auch die Denkfähigkeit soll verbessert werden (c) iStock.com / StHelena

Bei Kreatin handelt es sich um eine chemische Substanz: Durch die organische Aminosäure Creatin, welche aus den Aminosäuren Arginin und Glycin in der Niere, der Leber und der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, wird Adenosintriphosphat (= ATP) synthetisiert. Dies unterstützt die Versorgung der Muskeln mit Energie. Deshalb ist Kreatin als Zusatz zur Nahrung vor allem bei Bodybuildern äußerst beliebt. Entweder in Form von Kreatinphosphat oder als Kre-Alkalyn, ein Kreatinmonohydrat, werde Creatine zusätzlich dem Körper zugeführt. In der natürlichen Nahrung wie Fisch und Fleisch kommt Kreatin nämlich nur in sehr kleiner Dosierung vor: Beispielsweise müsste man zwei Kilo Fleisch pro Tag verzehren, um fünf Gramm Creatin aufzunehmen – was genau der Menge entspricht, die Kraftsportler als übliche Tagesdosis zu sich nehmen. Die Aminosäure Arginin kommt ebenso in Lebensmitteln vor. Arginin ist in kleinen Mengen in Kürbiskernen und Pinienkernen vorhanden, das als Proteinbestandteil ebenfalls zum Aufbau von Muskelmasse beiträgt.

Eine Studie untersuchte die Wirkung von Kreatin auf das Gehirn…

Kreatin sorgt also dafür, dass Energieverbraucher wieder neue Energie bekommen. Da auch das Gehirn beim Denkvorgang Energie benötigt, versuchten Forscher der Universität Sydney herauszufinden, ob der Stoff nicht nur einen positiven Einfluss auf den Muskelaufbau, sondern auch auf den Hirnschmalz hat. Dazu wurden 45 Probanden gefunden, die sich allesamt vegetarisch ernährten und zwischen 18 und 35 Jahren alt waren. Während der Untersuchung bekam ein Teil der Gruppe über sechs Wochen fünf Gramm Creatin verabreicht, der andere Teil der Gruppe nur ein Placebo. Nach Ablauf der sechs Wochen wurde die Kreatin-Verteilung getauscht.

…mit erstaunlichen Resultaten

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Studien beweisen: Kreatin hilft dem Gehirn auf die Sprünge (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Am Ende der Untersuchung mussten sich alle Probanden einem Leistungs-Test unterziehen, der überraschende Ergebnisse brachte: Tatsächlich verfügte die Gruppe, die zuletzt die erhöhte Kreatin-Dosis bekommen hatte, über eine leicht gesteigerte Denk- und Erinnerungsfähigkeit. Ob Creatine aber eine langanhaltende Wirkung haben oder nicht, konnte die Studie nicht verifzieren. Klar ist aber: Vor Prüfungen eingenommen, kann Kreatin die Denkfähigkeiten erweitern und möglicherweise den Unterschied zwischen einem “bestanden” oder einem “durchgefallen” ausmachen.

Ganz ohne Nebenwirkung ist Kreatin nicht

Demjenigen, der ab jetzt massenhaft Creatin vor Prüfungen einwirft sei gesagt: Ganz ohne Nebenwirkungen ist die Einnahme des Kreatins nicht. Gerade bei hohen Dosierungen verursacht das Kreatin Durchfall, starken Mundgeruch und Blähungen, weshalb man eher auf kleine Dosen setzen sollte. Wer sich nicht damit auskennt, sollte vorsichtig mit den Dosierungen sein. Sportler haben sogar eine Aufladephase, in denen sie bis zu 20 Gramm Kreatin pro Tag zu sich nehmen. Diese dauert bis zu fünf Tage, danach verringert sich auch deren Ration auf 3-5 Gramm Creatin pro Tag. Es ist zudem nicht zu raten, Kreatin über einen längeren Zeitraum als 8 bis maximal 12 Wochen einzunehmen. Danach sollte unbedingt eine Pause von mindestens sechs Wochen erfolgen. Immerhin sind die übel riechenden, körperlichen Ausdünstungen im Vergleich zu den Nebenwirkungen von Bradley Coopers NZT-Pille erträglich: Wenn der dauerhafte Konsum von NZT nicht zum Tod führte, blieben dem Konsumenten lebenslang Konzentrations- und Erinnerungsschwächen.

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